Renes Redekiste

Interviews & Polaroid-Fotografie

Columbus Kids

Zeitreise.
Mal eben die
Columbus Kids im Luxus Camper nach ihrem Auftritt zum Gespräch getroffen. Was auch sonst? Nun, das war am 16. Juni 2018. Damals noch auf dem Daughterville Festival! Lange ist es her und still ist es leider um die junge Band aus Hamburg geworden. Zeit für einen letzten Rückblick:

Quelle: YouTube, Columbus Kids

Columbus Kids, wer seid ihr eigentlich?
Lenny: Wir sind eine junge Indie-Band aus Hamburg. Anfang 2016 haben wir im Sommer dann irgendwann angefangen, bisschen auf der Straße in Hamburg zu spielen. Überall, Jungfernstieg, Mönckebergstraße, Landungsbrücken, haben da halt einfach mit einem Straßenkit: Cajón und Akustikgitarre, also erst unplugged und dann später auch verstärkt gespielt. Von unseren rein akustischen Einnahmen haben wir uns dann ein paar Straßenverstärker gekauft. Und jetzt, seit 2017, fangen wir an unsere ersten Gigs zu spielen! Sind jetzt beim Bandcontest dabei, beim SPH und haben jetzt hier unseren ersten, eigens organisierten, richtigen Auftritt gehabt.

Bleiben wir mal gleich bei der Straßenmusik!
Lohnt sich das noch heutzutage?

Basti: Definitiv, auf jeden Fall! Wir sind selbst manchmal überrascht, was nach zwei, drei Stunden im Koffer liegt. Es gibt immer flaue Tage, also es kommt halt immer drauf an, ob die Leute die Taschen zugenäht haben, oder nicht.

Wie alt seid ihr und was macht ihr neben der Musik?
Maxime: Ich bin 22 und studiere wahrscheinlich ab September irgendwas in der Richtung Kamera, Audio, also Audio-Engineering, Kameramann, was mit Film vielleicht. Oder was mit Musik, das wäre auch nice. Ansonsten fotografiere ich.
Wie sieht das bei dir aus, Basti?
Basti: Ich bin auch 22. Privat fahre ich hauptsächlich Skateboard. Ja, Skateboard fahren und Musik ist das größte, was meine Freizeit angeht.
Lenny?
Lenny: Ich bin 21, ich studiere momentan Psychologie und BWL. Das ist mein zweites Standbein neben der Musik. Und das ist auch alles, was mein Leben einnimmt. Also, wenn ich nicht lerne, dann schreibe ich Songs oder denk mir irgendwas aus, schreibe Beats oder rappe, singe oder mach irgendwas in die Richtung. Das sind die beiden Sachen.

Ihr sagt ja schon, dass ihr an verschiedenen Schauplätzen in Hamburg spielt.
Landungsbrücken (wende mich an Lenny), Jungfernstieg sagtest du. Was ist da euer Lieblingsort zum Spielen?

Maxime: Also ich glaube, für Basti sind das die Landungsbrücken.
Basti: Nicht mehr.
Maxime: Nicht mehr? Okay! Sonst sind wir viel am Jungfernstieg, wenn es denn irgendwie passt. Also im Februar wurden wir weggeschickt, das erste Mal. Sonst hat das keinen gejuckt, das ganze letzte Jahr über. Da waren wir auch teilweise zwei, drei Stunden an einem Ort. Sonst sind die Lieblingsplätze also schon der Jungfernstieg …
Lenny: Die Rathausbrücke.
Maxime: Zum neuen Wall, vom Rathausmarkt.
Lenny: Weißt du, wo immer die Leute übereinander stehen, kennst du die?
Basti: Diese Schausteller.
Ja, klar!

Eine Sache, die kritisch sein kann: Ihr seid zu dritt.
Wie fällt ihr da Entscheidungen innerhalb der Band? Oder gibt es einen Chef?

Lenny: Mehrheitsentscheidungen, reine Demokratie. Das schöne bei drei Leuten ist, es gibt immer eine Mehrheit. Es ist nie so, dass drei Leute drei verschiedene Meinungen vertreten. Sondern es wird immer irgendwie einen geben, der sich dem anderen anpasst und die Entscheidung, die dann halt zwei gegen eine Stimme hat, gewinnt. So wird das gemacht.

2018. Musikalisch ist wirklich schon vieles gewesen, ausgelotet worden. Dadurch ergibt es sich ja auch zwangsläufig, dass ihr Vorbilder habt. Wer sind eure Vorbilder?
Maxime: An Bands, Viola Beach, die leider schon alle verstorben sind.  
Bevor das Album rauskam, richtig?
Maxime: Genau, was die aufgenommen hatten, wurde dann veröffentlicht. Das ist mega nice! Sowas würde ich auch eigentlich gerne nur machen, das beeinflusst auch meinen Schlagzeugstil. Also sonst, Kensington, Wallows, Revolverheld auch und ganz viel mehr. Deutsch, Englisch …
Lenny: Also, was man dazu sagen muss, das sind Maximes Vorbilder. Das interessante an uns dreien ist, dass wir alle privat sehr unterschiedliche Musik hören. Wie du vielleicht gerade schon bemerkt hast, ist Maxime sehr den Indie-Drummern und Indie-Bands verfallen. Bei mir geht das mehr in Richtung Hip-Hop, auch ein bisschen in Richtung Indie, aber viel Hip-Hop, viel Techno und sowas alles. Also gar nicht Musik, die wir jetzt selber spielen, aber halt auch viele andere Sachen. Wenn man das jetzt auf die Musik bezieht, die uns inspiriert, die alten Gitarrenmeister, B.B. King, Eric Clapton, Jimi Hendrix, sind große Vorbilder, die auf jeden Fall wahnsinnig viel geleistet haben. An denen orientiert man sich gerne.
Basti: Ich bin der Rocker in der Gruppe. Ich gehe musikalisch vom Hören her auch in alle Richtungen. Für mich ist einer der größten Helden Elvis und Stevie Ray Vaughan. Also die zwei, wenn die noch leben würden, dann wäre ich der glücklichste Mensch der Welt!

Das Musik-Business ist echt hart!
Wie lautet euer Plan, um es zu knacken?

Lenny: Vielfältigkeit. Querbeet, alles durch, sodass für jeden was dabei ist.

Dafür würdet ihr aber auf gar keinen Fall …?
Basti: Uns verstellen. Wir wurden zum Beispiel auf der Straße angesprochen (die Band fängt an zu lachen), das war so ein Möchtegern-Dieter Bohlen. Er meinte, wir sollen doch auf jeden Fall Schlager machen. Weil mit Schlager wirst du erfolgreich. Kann ja auch sein, aber mit Schlager würden wir nicht erfolgreich werden wollen. Also, das macht für uns keinen Sinn!

Letzte Frage:
Folgt ihr einem Fahrplan oder habt ihr bereits konkrete Ideen für eure Zukunft?
Basti: Erstmal schauen, wie sich das mit der Straßenmusik entwickelt, wie wir mit dem Bandcontest vorankommen, ob das uns vielleicht sogar weiterbringt. Da kann man nämlich auch professionelle Aufnahmen gewinnen.
Lenny: Man kriegt einen Label-Vertrag, wenn man das Ding gewinnt.
Basti: Genau. Und je nachdem, wo es da hingeht. Und ansonsten Straßenmusik, ich glaube, das macht uns alle drei ziemlich glücklich!
Lenny: Wir gucken einfach, wohin die Reise geht!
Basti: Vor allem, planen kann man ja sowieso nie. Da gehört immer ein bisschen Glück dazu. Können oder Kreativität, das ist ja kein Garant für Erfolg, man muss immer ein bisschen sehr viel Glück haben.

Danke Columbus Kids!

Text, Interview & Polaroid-Fotos: René Biernath

 

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