Renes Redekiste

Interviews & Polaroid-Fotografie

Dick Taylor, weit mehr als nur ein früherer Rolling Stone…

„Also der Bruder von Mick Jagger hat hier gespielt und im nächsten Jahr wird Dick Taylor hier auftreten.“ Da musste ich schon lachen, Dick Taylor, klar, ich verstehe. Aber tatsächlich hatte ich es nicht verstanden. Ulli Schröder hatte nämlich nicht über einen Mick Taylor oder einen Rolling Stones Coveract gesprochen, der dem Stones Fan Museum in Lüchow in nicht allzu ferner Zukunft einen Besuch abstatten sollte. Nein, Dick Taylor war ein Rolling Stone! Damals in den 60ern, als die Stones gerade anfingen, er war bereits dabei, als Brian Jones erst zu der Gruppe stieß und er verließ die Band, noch bevor Charlie Watts am Schlagzeug Platz nahm.

Danach gründete er mit Phil May die Band The Pretty Things, May wurde zu dieser Zeit von der Presse der Mann mit den längsten Haaren Englands genannt. Ach ja, die (Klatsch-)Presse… Und je mehr ich über Dick Taylor las, umso interessanter wurde es. Die Stücke, die er mit seiner „Langzeit-Band“ schrieb, sind wahre Perlen, die mir bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt waren. Lasst mich nur einige Lieder nennen: Midnight to Six Man, L.S.D. und nicht zu vergessen die erste Rockoper in Albumform – S.F. Sorrow!

Quelle: YouTube, Beat-Club

Die Monate vergingen wie im Flug, doch nun ist es endlich so weit. Wieder sind wir im Stones Fan Museum, nur dieses Mal haben wir gerade Dick Taylor in Begleitung von Tallyman live spielen sehen.

Aber natürlich endet die Geschichte nicht hier, es geht gerade erst los. Nachdem er noch ein paar Autogramme gegeben hat, kommt Dick Taylor mit uns an den Tisch, stellt sein Bier neben meines und wir stellen uns kurz einander vor. Der Moment ist also gekommen. Meine erste Frage ist eine, bei welcher ich mir jetzt, nachdem wir gerade das grandiose Konzert von ihm gesehen haben, etwas dumm vorkomme. Also bin ich ehrlich und sage, dass es mir etwas peinlich ist, das jetzt zu fragen, aber…:

Ich muss dich als Rocker alter Schule fragen.
Ist Rock ’n‘ Roll tot?

Dick: Heute sah es nicht danach aus. Nein, nein. Da wo ich lebe, spiele ich schon (noch immer) einige Konzerte und wir haben immer ein tolles Publikum und nein, er ist definitiv nicht tot.
Also spielst du immer mal wieder Konzerte?
Dick: Ja, spiele ich. Ich lebe auf der Isle of Wight, das ist eine englische Insel. Und dort herrscht eine gute, lokale Musikszene. Also arbeite ich vielleicht einmal die Woche auf der Isle of Wight und dann mache ich mich auf und mache Sachen in Europa oder direkt in England. Ich hasse es, das zu sagen, aber seitdem es The Pretty Things nicht mehr gibt, spiele ich tatsächlich mehr Konzerte. (lacht) Es ist verrückt. Es ist verrückt, weil, okay, es sind keine großen Auftritte, aber ich genieße es total zu spielen. Ich mache vielleicht kein Vermögen damit, aber ich liebe es. Weißt du, Dinge wie heute Abend sind großartig!
Ja, das war wirklich ein besonderer Abend.
Ich meine, wenn du mal eben auf die Bühne schaust, da steht tatsächlich ein Weihnachtsbaum. Es ist total seltsam! Wieso?!

Dick: (lacht) Ich habe keinen Schimmer! Ja, aber hier sind viele Sachen mit heraushängenden Zungen zu sehen – warum? (lacht erneut) Nein, dieser Ort ist fantastisch. Hast du die Isetta da drüben gesehen? Das kleine Auto wie eine Blase? Es ist brillant. Ich habe eine kleine Lampe, aus 1959, die habe ich schon immer. Und ich dachte mir, vielleicht könnte ich sie gegen die Isetta tauschen (lacht)!

Der Elefant im Raum

Lass uns in die Vergangenheit reisen.
Nach einigen Recherchen bin ich auf dieses Bild von dir und Keith Richards gestoßen.

Dick Taylor and Keith Richards (Copyright: Dick Taylor)

Ein junger Dick Taylor und Keith Richards 

Dick: Wow.
Du erinnerst dich daran?
Dick: Ja, natürlich, aber das ist ein sehr guter Abzug davon. Wo hast du das her?
Ich habe es nach einigen Recherchen im Internet gefunden. Und dann habe ich es in einer Drogerie ausdrucken lassen.
Dick: Es ist wirklich gut gedruckt. Nun, weil diese Bilder von meiner Mutter gemacht wurden. Und einige Leute von der RadioTimes, das ist eine große offizielle BBC Veröffentlichung in England, kamen vorbei und haben mich interviewt. Und sie sagten: „Oh, können wir uns die Bilder ausborgen? Wir werden sie zurückgeben.“ Und nun sind sie weg. Sie kamen nie zurück. Also möchte ich nun herausfinden wer die Originale hat und ihn verklagen, sprich richtig fertig machen (wir lachen beide auf).

Young Keith Richards, Mick Jagger and Allen Etherington (Copyright: Dick Taylor)

Keith Richards, Mick Jagger und…

Hier ist das andere Bild. Das ist Brian, oder?
Dick: Nein, nein, nein. Dieser Typ ist Allen Etherington, er war auch... ich habe keine Ahnung, was er da mit einer Gitarre macht, da er nie wirklich Gitarre gespielt hat. Aber er spielte Mundharmonika und hat die Maracas geschüttelt, als wir noch Little Boy Blue and The Blue Boys waren. Warum wir diesen Namen hatten? Ich habe keinen Schimmer. Obwohl, ich habe da eine Idee, weißt du wer Alexis Korner war?
Ja.
Dick: Nun, Alexis fragte uns, ob wir ihm ein Tape geben können. Also, wir hatten schon seit Jahren zusammen gespielt, aber halt immer nur geprobt. Wir haben in diesem Raum (großes Fenster rechts in den Bildern) geprobt. Ungefähr einmal die Woche.
War das das Wohnzimmer?
Dick: Es ist das Wohnzimmer meines Elternhauses – ja. Das Esszimmer. Nun ja, Alexis sagte: „Können wir ein Tape haben? Wie heißt ihr?“ Und ich meine es war Mick, der sagte Little Boy Blue and The Blue Boys (lacht). Ich frage mich immer, was passiert wäre, wenn wir nicht Brian Jones getroffen hätten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Stadion mit Little Boy Blue and The Blue Boys gefüllt würde (lacht erneut auf). Aber auf der anderen Seite, The Rolling Stones, ich meine, als wir über diesen Namen nachgedacht hatten… Ich weiß noch, wir haben geprobt und wieder brauchten wir einen Namen. Und jemand, wir spielten gerade den Rolling Stone Blues… jemand sagte, warum nicht The Rolling Stones? Aber ich weißt nicht, wer es war. Es mag Mick gewesen sein. Es könnte Brian Jones gewesen sein, oder auch Keith. Ich könnte es gewesen sein. Ich weiß es nicht. 

Du hast keine Idee?
Dick: Nein. Ich frage mich, ob ich es gewesen bin, weil ich schon über ein paar Bandnamen nachgedacht hatte, also vielleicht. Ich weiß es nicht. Ich werde das sicher nicht für mich beanspruchen, aber ich würde es zu gerne wissen – wer von uns war es? Brians langjährige Partnerin, ich hatte mir ihr drüber gesprochen und sie sagte, sie erinnert sich daran, dass wir an einem Feuer standen. Das ist korrekt. Das war in einem Raum über einem Pub in Soho. Und sie sagt, dass der Name dort erneut vorgeschlagen wurde. Aber sie weiß auch nicht, wer es war.
Es ist wie mit eurem ersten Auftritt im Marquee – man ist sich nicht sicher, wer damals der Drummer war.
Dick: Stimmt und das Verrückte daran ist, dass Mick Avery, der zumindest als Schlagzeuger aufgeführt ist, als er gefragt wurde, sagte, dass er sich nicht erinnern kann. Also ich meine, wenn man sich an eine Sache erinnern kann, dann wohl daran, dass man beim allerersten Auftritt der Rolling Stones gespielt hat. Man muss die Gehirnzellen wahrscheinlich mächtig anstrengen. Tatsächlich habe ich am Montag einen Auftritt, auf dem Weg zurück nach Hause und Mick wird dort Schlagzeug spielen – Mick Avery. Ich werde ihn fragen: „Warst du es, wirklich? Hast du nicht nur rumgesponnen, als du meintest, du kannst dich nicht erinnern?“ Es wäre toll, wenn er einfach ja oder nein sagen würde.
Ich habe noch eine Frage zu diesen Bildern:
Wenn es möglich wäre, was würdest du dem jungen Mann neben Keith sagen?
Dick: Ich würde ihm sagen, dass er Buchhalter werden soll. (wir müssen beide lachen)
Wechsle den Beruf, korrekt?
Dick (lacht): Tu das nicht! Nein, nein, nein, nein, nicht so. Ich würde sagen: „Dieser verdammte Bass ist zu groß und zu schwer und warum spielst du nicht Gitarre?“

Ich kann mir vorstellen, dass dir diese Frage oft gestellt wird:
Bereust du es, die Stones verlassen zu haben?

Dick: Und meine Antwort ist immer, ich bereue die Tatsache, dass die Leute mich fragen, ob ich es bereue, die Stones verlassen zu haben. Entschuldigung, Entschuldigung.
Mir tut es leid.
Dick: Ich werde jetzt nicht abhauen, keine Sorge. Und die Antwort ist: Tatsächlich nicht. Nicht wirklich und dafür gibt es ein paar gute Gründe: Ich genieße mein Leben, das ich jetzt habe und ich habe mein Leben die meiste Zeit über genossen. Also, es ist unmöglich, zu sagen wie es gelaufen wäre. Deshalb ist sowas eigentlich auch eine nicht zu stellende Frage. Aber die Stones verlassen zu haben, nein, ich denke, dass ich nicht gerne in solch einer Position gewesen wäre. Nicht weil…, weißt du, sie sind tolle Typen. Keith ist ein wirklich netter Kerl. Aber er ist immer Keith Richards, verstehst du, er kann nicht die Straße runtergehen, ohne dass jemand ruft: „Wow ah, Keith…“ Es muss dich verrückt machen. Da gab es eine Frau, die für die Stones gearbeitet hatte. Sherrie Daily, die ich ganz gut kannte. Und sie hatte gerade mit Ronnie Wood zu tun, nachdem bekannt gegeben wurde, dass es ihm nicht gut ging. Krebs oder was auch immer. Und sie sagte, diese schiere Masse an Fotografen, die alle auf ihn eingestürmt haben, er konnte sich nicht mehr bewegen, verstehst du? Ich denke nicht, dass ich das genossen hätte. Ein Leben im Goldfischglas. Nein, das ist nichts für mich. Ich mag die Tatsache, dass die Pretty Things irgendwie unter dem Radar geblieben sind. Über die Jahre haben wir dann immer mehr Anerkennung erfahren, gerade von jungen Leuten. Das ist toll. Weißt du, das war ein guter Ausgangspunkt.

Dick Taylor being interviewed by Renés Redekiste.

Drama am Schlagzeug und mehr

Lass uns mal die Stones vergessen.
Deine Zeit mit den Rolling Stones war wirklich kurz.
Deine Zeit mit den Pretty Things nicht.
Was ist deine verrückteste Erinnerung aus dieser Zeit?

Dick: Oh, scheiße (lacht)!
Ich hab‘ dich!
Dick: Da hast du mich erwischt! Ich weiß nicht, als wir unseren Schlagzeuger an seiner Unterhose festhielten, nachdem er sich dazu entschlossen hatte, aus einem hohen Fenster rauszuklettern.
Warum hat er das getan?
Dick: Weil er verrückt war. Er ist verrückt. Die meisten verrückten Momente hatten mit den Schlagzeugern zu tun.
Es sind also die Schlagzeuger, ja?
Dick: Ja, es schien so, als würden wir verrückte Schlagzeuger anziehen.
Oh, wirklich?
Dick: Ja man.
Welcher war das?
Dick: Dieser war Skip Alan. Tatsächlich war er der fünfte Schlagzeuger, gestartet haben wir mit Pete Kitley, mit ihm ging ich früher auf die Kunstschule. Er ist ein wunderbarer Typ. Aber Phil sagte immer, dass er nur eine Trommel zur Zeit spielen konnte. Er konnte nicht beide Hände gleichzeitig benutzen. Bumm, bumm, blop. (Dick imitiert ein sehr einfaches Trommeln) Aber nicht, na ja, du weißt schon. Und dann hatten wir einen anderen Typen, Viv Andrews. Er war tatsächlich ein ganz guter Schlagzeuger, aber er blieb nicht sehr lange. Und dann hatten wir jemanden, der Viv Prince hieß? Nein! Dann hatten wir einen anderen Typen, sein Name war John irgendwas… Phil mochte ihn nicht.
Oh oh, schlechte Chemie zwischen den beiden?
Dick: Genau, die Chemie stimmte einfach nicht. Ich weiß nicht warum, ich weiß es wirklich nicht. Also blieb er nicht sehr lange. Dann dieser Viv Andrews, aus irgendeinem Grund stieg er aus oder, ach, ich weiß es nicht. Und dann hatte eine Plattenfirma ihr Auge auf uns geworfen. Diese sagte dann: „Wirklich, wir wollen euch unter Vertrag nehmen.“ Aber wir bräuchten einen besseren Drummer. Also, das muss ich zugeben, bekamen wir einen besseren Mann am Schlagzeug, das war Viv Prince. Und Viv Prince war der erste Verrückte. Und dann hatten wir Skip Alan, der war auch verrückt. Und… ich weiß nicht. Wir hatten einige, aber der letzte den wir hatten, war  Jack Greenwood und der war, als er zur Band gekommen ist… vor ungefähr 15 Jahren? Nein, das ist noch länger her. Da war er 16. Und unser Bassist, ich meine, George (Woosey) war (auch) 16, als er dazu kam und sie waren toll. Sie waren so eine gute Rhythmusgruppe. Und eigenartigerweise war diese Bandbesetzung, mit den beiden in der Band, die stabilste, die wir jemals hatten. Es waren vielleicht 15 Jahre mit ihnen. Was wirklich toll war. Und sie spielten mit uns bis zu unserem letzten elektrischen Auftritt.
Ah, das Ding mit David Gilmour und all das.
Dick: Ja, genau. Und all das. Es war gut, denn obwohl wir offensichtlich alle nicht im selben Alter waren, kamen wir aus irgendeinem Grund gut aus, also das war toll.
Es ist nicht das Alter, es sind die Leute. 
Dick: Ja, ja, genau.
Es ist das Gleiche heute Abend, mit Tallyman und ihrem jungen Gitarristen. Wie jung ist er? In seinen Zwanzigern?
Dick: Ja, frühe Zwanziger. Er ist sehr gut. Markus (Doms) ist super.

Interview with Dick Taylor by Renés Redekiste

Wo wir schon in Erinnerungen schwelgen. Du und Phil May habt Out Of The Island im Jovel Tonstudio in Münster, also in Deutschland aufgenommen.
Dick: Nein, das haben wir nicht. Es wurde nicht in Münster aufgenommen.
Doch, habt ihr. Oder habt ihr nicht?
Dick: Vielleicht wurde es da aufgenommen. Aber die Plattenfirma hatte ihren Sitz in einer Stadt im Süden. Da bin ich mir sehr sicher. Doch egal, wir haben aufgenommen und man, das waren seltsame Aufnahmesessions, denn das war, als gerade die CD’s aufkamen. Und wie wir aufnahmen, direkt digital abgenommen. Also war es blitzblank. Weißt du, heutzutage wollen die Leute…, wenn sie aufnehmen, dann wollen sie dafür analoges Equipment verwenden, damit das Ganze wärmer klingt. Nun, das war das komplette Gegenteil. Da gab es nichts dazwischen. Direkt digital abgenommen. Und abgemischt. Danach wurde nicht mehr abgemischt. Kein Abmischen involviert. Nein, nichts. Bekomme einfach deinen Sound gut hin. Nimm es auf. Und das war die Idee dahinter. So ist das gekommen.
Und eigentlich sollte es Off The Island heißen, doch ich habe John Langford von The Mekons gefragt, ob er ein Cover gestalten würde. Als wir dann den Entwurf zurückbekamen… (lacht) Das ist ein toller Entwurf. Das einzige Problem, hier heißt es „Out Of The Island“, (lacht wieder) also haben wir es behalten.

Irgendwelche schöne Erinnerungen an die Arbeit in Deutschland?
Dick: Oh, mein Gott. Hunderte schöne Erinnerungen. Deutschland ist so ein toller Ort zum Arbeiten.
Oh wirklich? Das habe ich nicht erwartet.
Dick: Ach tatsächlich?! (lacht) Offensichtlich warst du kein Musiker, der in England gearbeitet hat. (lacht) Nein, in Deutschland wird man wirklich gut behandelt. In England bist du noch unter den Reinigungskräften.

Das stimmt, das war ich nicht.
Aber auch ich habe meine Erfahrungen gemacht, als ich 2018 auf Tour in England war. Also erzähle ich Dick Taylor dies:

Ich war mit ein paar Freunden auf Tour. Und in England, da gibt es dann eine Sandwichpackung, etwas Aufschnitt und das war’s. Und hier bekommst du Pizza, Getränke, alles Mögliche. Die Jungs hatten ein Konzert ausverkauft und alles was sie bekamen, war eine Flasche Rotwein. Und wir waren um die sieben Typen. Wow.
Dick: Ihr hattet Glück, ihr bekamt eine Flasche Rotwein (lacht).

Was ist das Schlimmste, was du mal für einen Auftritt bekommen hast?
Dick: Sicherlich weniger als eine Flasche Rotwein (lacht erneut).

Deine Bühne. Deine Worte.
Was möchtest du den Leuten sagen, die dieses Interview lesen?

Dick: Es ist toll, noch immer Sachen zu machen, wie zum Beispiel Podcast-Interviews. Besser als zuhause sitzen und Fernsehen zu schauen. (lacht) Weißt du, es ist toll noch immer aufzutreten. Es ist toll, nicht in einem Pflegeheim zu sitzen. (lacht) Wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich, dass Musik spielen das Gehirn jung hält. Und das tut es wirklich. Also ich empfehle das jedem, macht einfach Musik. Macht was mit eurem Hirn. Haltet es in Bewegung.

Riesen-Zungen und Keith Richards

Nun kommen wir also zur letzten Frage.
Heute Abend bist du im Stones Fan Museum – mit Tallyman – aufgetreten. Was denkst du über diesen verrückten Ort?
Dick: Es ist irre, aber wunderbar. Es ist absolut fantastisch. Aber wenn ich noch eine von diesen großen Zungen sehen, dann – ich weiß nicht – werde ich kotzen. (lacht) Ich habe nun für mein Leben genug riesige Zungen gesehen. Es ist ein schlaues Image. Ein fantastisches Image. Und ein weiterer guter Grund, nicht bei den Stones geblieben zu sein. Schau dir einige dieser Karikaturen von Keith und Mick und Ronnie an. Stell dir vor, du gehst irgendwohin und schaust dann da auf ein Bild von dir selbst und du siehst diese gigantische Kippe, diese Zigarette in deinem Mund. Das Ding ist, Keith ist so ein netter Typ und er ist überhaupt nicht wie sein Image.
Nein?
Dick: Nein, nein, nein.
Also wie ist er?
Dick: Nun, alles was ich sagen kann, ist, dass sie mich zu dem Konzert einluden, als sie das letzte Mal auf der Isle of Wight gespielt haben. Und ich war auch zu der Feier vom dem Auftritt eingeladen. Und ich traf Keith mit meiner Frau und meiner Tochter. Und ich hatte ihn seit Jahren nicht gesehen und er war einfach so nett zu uns. Er kam super mit meiner Frau und meiner Tochter aus. Er war einfach reizend. Also ja, weißt du, das Image ist eine Sache. Die Person ist eine andere Sache. Ein Freund von mir hat einen Radiosender. Das Antennensystem wurde in einem Sturm zerstört und das Ministerium, das Radiosender reguliert, sagte, entweder du reparierst es und wenn du es nicht in einem bestimmten Zeitraum machst, dann zahlst du eine Strafe von 25.000 Pfund oder eine andere absurde Summe. Und Chris, der den Sender führt, war verzweifelt und wusste nicht, was er tun sollte. Und eines Tages öffnet er die Post. Und darin war ein Scheck für die Kosten der Antennenanlage. Von Keith.

Und eine andere Person erzählte mir mal, dass sie Geld für eine Kirchenreparatur gesammelt hätten. Und sie dachten sich, nur für den Lacher, mal bei Keith an der Tür zu klopfen, denn sie wussten, wo er wohnte. Und wieder hat er dafür bezahlt, also ein… sehr großzügiger Mann. Das mit dem Radiosender, das war, weil man früher, vor 1960, nur so Musik hören konnte. Und entweder hat Keith den Sender früher gehört oder einer aus seinem Nachwuchs, eines seiner Kinder hat den Sender gehört. Ich denke, er mag einfach den Sender. Und deshalb hat er ihnen das Geld gegeben. Aber ich weiß nicht, wie er das herausgefunden hat. Vielleicht, weil sie nicht mehr gesendet haben. Weil es einfach stoppte. Also hat er nachgeforscht und es so herausgefunden.

Dick, danke für deine Zeit und dass du so nett warst! Es war wundervoll!

Musician Dick Taylor with Renes Redekiste and Ulli Schröder

Mit Ulli Schröder und Dick Taylor.

Die Fotografien aus Dick Taylors Vergangenheit werden mit seiner freundlichen Genehmigung gezeigt.

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1 Kommentar

  1. TIM u. ULLI SCHRÖDER 22. September 2025

    schönes Interview mit DICK TAYLOR in unserem STONES FAN MUSEUM Lüchow . Es war ein toller Abend mit sehr viel Geschichte und guter Musik . Wenn wir alle gesund bleiben , sehen wir uns hier wieder am Samstag, 4.6.2026 natürlich mit TALLYMAN und DICK TAYLOR…….

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